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LINCOLN BEACHEY
Kurzbiographie

Lincoln Beachy wurde am 3. März 1887 in San Francisco, Kalifornien, als Sohn des Bürgerkriegsveterans William und seiner Frau Amy geboren. Lincoln´s älterer Brüder Hillery verbrachte seine frühe Kindheit hauptsächlich damit, täglich den blinden Vater durch seinen Arbeitstag zu begleiten. Der größte Teil ihrer Kindheit wurde durch die Notwendigkeit mit Gelegenheitsarbeit Geld zu dem kleinen Familieneinkommen beizusteuern bestimmt.

Am Ende des 19. Jahrhuderts hatte das San Francisco Baygebiet bereits eine lange Geschichte des Luftexperimentierens hinter sich. Die Beachey Brüder waren sich dieser regionalen Tradition bewußt und zeigten aktives Interesse an allem, was mit Aeronautik zu tun hatte. Während im Dezember 1903 die Brüder Wright ihren sensationellen Erfolg mit dem ersten kontrollierten, ununterbrochenen Motorflug erzielten, arbeitete Lincoln ebenfalls an seiner "Luftkarriere" - und zwar mit Ballons.

1905 waren Lincoln und Hillery bereits Vollzeit in der Luftfahrt tätig. Sie halfen bei der Arbeit an Luftschiffen und Heißluftballons, betrieben sie, und schon im Jahre 1907, im "Jahr der Luftschiffe", war Lincoln einer der bekanntesten und erfolgreichsten Luftschiffsaeronauten in den U.S.A. Bei einen dieser Flüge wurde er von einer kleinen Gruppe beobachtet, darunter Wilbur und Orville Wright, die er schließlich auch kennenlernte. Hillery arbeitete ebenfalls mit Luftschiffen, die er sowohl montierte, als auch steuerte.

Das "International Aviation Meet" 1910 in Los Angeles, Kalifornien stellte einen Wendepunkt für Beachey dar. Obwohl er mit anderen versucht hatte ein "Aeroplane" (Flugzeug) zu bauen, war er als Aeronaut seines "Beachey-Knabenshue Racing Airships" (Rennluftschiffs) bei dem Los Angeles Treffen 1910 anwesend. Hillery war zu Flugzeugen übergewechselt, brachte sogar mehrere Hüpfer zustande und schaffte auf diesem Luftfahrtstreffen einen fast kompletten Rundflug in seiner Gill-Dosh "Biplane" (Doppeldecker). Nach dem International Aviation Meet flog Lincoln nie wieder ein Luftschiff.

Im Januar 1911 war Lincoln bereits als professioneller Flieger anerkannt. Mitte 1911 war er in ganz U.S. berühmt. Er flog über die Niagara Fälle und nach nicht einmal einem Monat brach er auf dem "Great Chicago International Aviation Meet" den Weltrekord im Höhenflug. Er verlangte eine beträchtliche Summe für seine Schauflüge. Obwohl seine Erfolge, wie auch seine Fähigkeit, dem sicheren Tod zu entkommen, bis 1912 anhielten und er den Ruf und den Status als einer der vollendesten Flieger seiner Zeit in den U.S.A. genoß, zog sich Lincoln Beachey, niedergeschlagen und mit einem Gefühl durch seinen Erfolg gefangen zu sein plötzlich aus der Öffentlichkeit zurück.

Für Beachey war das Jahr 1913 ein schwieriges Jahr, sowohl persönlich, als auch beruflich. Viele seiner Fliegerfreunde waren verunglückt und einige in der Presse machten ihn für deren Tod verantwortlich, indem sie ihn beschuldigten, ein schlechtes Beispiel durch seine waghalsigen Flüge gegeben zu haben. In Wahrheit versuchte Beachey nur die äußersten Grenzen einer damals noch neuen Kunst auszutesten. Fliegen wurde aus zwei Perspektiven diskutiert und debattiert. Die eine Perspektive war die der "Safe and Sane" (Sicheren und Vernünftigen) Flieger, die große, schwungvolle Bögen flogen und die die Sicherheit von niedriegen und geraden Flügen schätzen, und die der "Flying Fools" (Fliegenden Verrückten), die steile Kurven flogen und es sicherer fanden in höherer Altitüde zu fliegen. Ein Resultat dieser hohen Flüge war die Entwicklung des sog "volplane", ein langes Gleiten ohne den Gebrauch des Motors. Von diesem Punkt an war die Enwicklung des "spiral glide" nur noch eine Frage der Zeit. Der "spiral glide" war Beachey´s Markenzeichen bei seinen Vorführungen und wurde später nur von den waghalsigsten und geschicktesten der Pionierflieger nachgeahmt. Beachey gehörte sicher nicht der "sicheren und vernünftigen" Schule an, obgleich er nur schwer als tollkühn angesehen werden konnte. Er war in der Tat ein sehr sicherer Flieger, der die Flugsicherheit, eine zuverlässige Ausstattung und hervorragend geschulte "mechanicians" (Mechaniker) wie sie damals genannt wurden, schätzte.

Die Schauflugsaison von 1914 gehörte einwandfrei Beachey. Er war der erste Flieger in den U.S.A., der einen Looping mit dem Flugzeug vollführte, den er dann zwischen November 1913 und November 1914 über tausend mal zustande brachte. Seine "Wettrennen" mit dem legendären Rennfahrer Barney Oldfield zogen eine große Menschenmassen an, ernteten rauschenden Applaus, und erbrachten über 250,000 Dollars aus den Eintrittskartenverkäufen.

In den U.S.A. markierte das Jahr 1914 und Beachey den Höhepunkt des Schaufliegens, während der Krieg in der Luft und am Boden in Europa die zivile Luftfahrt zeitweilig lahmlegte. Während des 1. Weltkriegs wurden zahlreiche Vertreter des "sicheren und vernünftigen" Fluges von den Fliegern, welche die steilen Kurven flogen und andere Luftmannöver anwandten, wie sie von Adolphe Pegoud, Roland Garros, Walter Brookins und letztendlich auch von Beachey selbst entwickelt worden waren, abgeschossen.

Beachey´s Tod auf der "Panama-Pacific International Exposition" in San Franciso am 14. März 1915, elf Tage nach seinem 28. Geburtstag, beendete auch das Schaufliegen in den U.S.A., obwohl danach auch noch Luftfahrtausstellungen, meist von vereinzelten Fliegern, bis 1916 abgehalten wurden. Beachey´s Leben endete in einer Zeit, in der sein Leben gerade glücklich und sicher zu verlaufen schien und sein Ableben traf besonders diejenigen, die sich mit den militärischen Potential der Luftfahrt beschäftigten.

Beachey war einzigartig in seiner Zeit. Genauso wie das Schaufliegen einzigartig für die Zeit war. Das "Barnstorming" der 20er Jahre und die großen Luftrennen und Luftshows der 30er Jahre unterschieden sich in vielerlei Hinsicht von den großen "Aviation Meets" und Flugvorführungen der Vorkriegsperiode. Die Ära der Flugvorführungen war eine Zeit des Experimentierens und des zweckdienlichen Risikos, eine Zeit, die fast völlig der Vergessenheit angehört.

Beachey´s Leben und seine Kariere waren so eindruckvoll, daß fast unvermeidlich viele Mythen, Mißverständnisse, Geschichten und einfach Fabrikationen mit seinem Leben verknüpft wurden. Einige neuere Veröffentlichungen, darunter zumindest ein bestimmtes Buch, sind dem Irrtum verfallen, diese Geschichten für bare Münze zu halten und sogar noch neue hinzuzufügen. Es ist sehr schade, daß das, was Beachey´s angemessener Platz in der aeronautischen Geschichte sein sollte ihm durch gerade solche Fabrikationen und Mythen verweigert wurde. Die wahrheitsgetreue Wiedergabe seines Lebens und seiner Karriere ist eine wunderbare Geschichte in sich selbst, und es bedarf wirklich keiner Erfindungen, Fabrikationen oder Mythologien, um sie interessant zu machen. Es bleibt nur zu hoffen, daß die Fakten über Beachey´s Leben und seine Karriere es endlich ermöglichen, ihm den wohlverdienten Platz in der Geschichte des Fliegens einnehmen zu lassen.

Übersetzt von S.J., D.N. und T.S.



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